Denkverbote aufheben

„… die Stimme des Intellekts ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör verschafft hat. Am Ende, nach unzählig oft wiederholten Abweisungen, findet sie es doch.“ „Die Zukunft einer Illusion“ ist der Titel einer 1927 erschienenen Schrift, die vielfach als sein Hauptwerk über Religion und ihre Bedeutung als sozialgeschichtliches Phänomen bezeichnet wird.

Verkürzt gesagt: Grundlage für Religion ist die menschliche Hilflosigkeit, die nach einem schützenden Vater sucht. Die Religion scheint dies zu erfüllen, allerdings lediglich in der Phantasie. Deshalb ist sie Illusion. Religiöse Vorstellungen sind imaginäre Erfüllung eines Wunsches.

Aufgabe der Kultur, Wissenschaft und Zivilisation sei es, gegen diese Illusion zu handeln. Das erfolgt in der Regel durch Triebverzicht. Entwicklungen der Wissenschaft führen zwangsläufig zum Niedergang der Religion.

… die Stimme des Intellekts ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör geschafft hat.

So ist eben der Weg der Wissenschaft, langsam, tastend, mühselig. Es ist nicht zu leugnen und zu ändern.

Das Denkverbot, das die Religion im Dienste ihrer Selbsterhaltung ausgehen lässt, ist auch keineswegs ungefährlich, weder für den Einzelnen noch für die menschliche Gemeinschaft.

Die Wandlungen der wissenschaftlichen Meinungen sind Entwicklung, Fortschritt und nicht Umsturz.

Wir haben eher im Gegenteil erfahren, daß unser Intellekt sehr leicht ohne alle Warnung irregeht und daß nichts leichter von uns geglaubt wird, als was, ohne Rücksicht auf die Wahrheit, unseren Wunschillusionen entgegenkommt.

… die Psychoanalyse begann als eine Therapie, aber nicht als Therapie wollte ich sie Ihrem Interesse empfehlen, sondern wegen ihres Wahrheitsgehalts ……

Manchmal habe ich den Eindruck, als begrenze das Christentum allzu eng den Horizont.