Meine Lieben „…“

„Das Liebesleben solcher Menschen bleibt in die zwei Richtungen gespalten, die von der Kunst als himmlische und irdische (oder tierische) Liebe personifiziert werden. Wo sie lieben, begehren sie nicht, und wo sie begehren, können sie nicht lieben.“ (1912)

Sigmund Freud und die Frauen: Die Ehefrau Martha, der er zärtliche, stilistisch beeindruckende, berührende Briefe schreibt, die einen ganz anderen Freud zeichnen, als er sich im familiären Alltag gibt; die im Alter so spezifische Bindung zu seiner Tochter Anna, so intensiv wie bei keinem der vorher geborenen Kinder, das Verhältnis zu seiner Schwägerin Minna und die tiefen Beziehungen zu so komplexen Persönlichkeiten wie Marie Bonaparte oder Lou Andreas-Salomé, …und dann die berühmten „Fälle“, wie er sie in den „Studien über Hysterie“ beschreibt.

Freud geht in der Analyse der „weiblichen Liebe“ von einem Geliebtsein-Wollen und einer Selbstliebe aus, welche durch den Mann gespiegelt werden soll, wenn er schreibt: „Es stellt sich besonders im Falle der Entwicklung zur Schönheit eine Selbstgenügsamkeit des Weibes her, welche das Weib für die ihm sozial verkümmerte Freiheit der Objektwahl entschädigt. Solche Frauen lieben, streng genommen, nur sich selbst mit ähnlicher Intensität, wie der Mann sie liebt. Ihr Bedürfnis geht auch nicht dahin zu lieben, sondern geliebt zu werden, und sie lassen sich den Mann gefallen, welcher diese Bedingung erfüllt.“ (1914)

Die Briefausschnitte zeigen Freud in den vielen Facetten seiner Persönlichkeit und widerspiegeln teilweise seine eigenen Theorien über den narzisstischen Charakter der Liebe. Sie werfen aber auch neue Bilder auf Freud selbst und seine komplexe Persönlichkeit.

„East, West – Home best“

East, West – Home best. Ich werde nicht böse sein wieder in unserem Winkel im IX. Bezirk zu sitzen. Grüße Robert herzlich und nimm einen herzlichen Gruß von deinem alten Papa.

Heute geschieht etwas sehr Kühnes. Ich gehe mit Deiner Schwester nachittags über den Schlangenweg auf die Rax, dort übernachten wir im Schutzhaus und wandern morgen früh über das ganze Plateau zum Thörlweg zurück. Natürlich verstohlen, damit Mathilde nicht mitgehen will. Die beistehende Zeichnung nach einer morgen gemachten Momentaufnahme.

Ich bin sehr frisch u fesch u eigentlich noch immer nicht ferienmüde.

Es geht uns großartig, ich glaube, der Wein thut viel dabei.

In einer kleinen Trattoria, die wir entdeckt, haben wir (nebst sehr gutem Fleisch und correkten pommes frites, echtem Café udgl. bei billigsten Preisen) Obst von solcher fabelhafter Güte gefunden, große Birnen, Feigen, grüne und rote Trauben, daß wir beschlossen haben, zum Andenken diese Karte abzusenden.

Das Hotel ist gut, nicht übermäßig billig, Essen nicht übermäßig gut, aber ich bleibe doch.

S. Gimignano meschuggene auf Berg gelegene Stadt mit 13 Thürmen (im 15. Jahrhundert 50), 2 Kirchen, herrliche Fresken, schlechtem Wirtshaus ……

Ah! Livorno ist ähnlich wie Triest, reiche, schöne Stadt mit herrlichem Seebad … Sehr viele Juden, schöne Frauen, aber schlecht rasirt. Alleen von Tamarindenbäumen, die etwas Neues sind. Gegenwärtig die ganze Gesellschaft in Ordnung.

Geliebte Alte
Draußen rauscht die Passer zum Einschlafen, auf den Bergen liegt dicker weißer Schnee, die rotbackigen Äpfel frieren wie wir, aber wir sind in Meran u sehr froh, wieder im Savoy aufgenommen zu sein.